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Eine Art Selbstmord

 
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Fulgur
Kristallkugelputzer
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BeitragVerfasst am: 20.06.2010, 18:19    Titel: Eine Art Selbstmord Antworten mit Zitat

Warnung: Folgende Schilderung enthält verdammt unangenehme, aufwühlende Aspekte. Wenn Ihr Euch gerade selber nicht ganz stark fühlt, bitte nicht lesen.

Und noch 'ne Warnung: Ich schreibe ausführlich.

Ich bin ja gerade erst wieder reingeschneit und wollte eigentlich nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, indem ich ein Problem wälze. Aber ich hab da einen Traum, der mir Sorgen macht, weil ich ihn zu einem großen Teil nicht deuten kann - und das passiert mir selten.

Theorie dazu: Möglicherweise habe ich Angst, was der mir sagen könnte?

Ablauf, soweit ich mich erinnere:
Ich war in einem sonnigen Stadtteil, erinnerte mich irgendwie an Hollywood: Villen hinter Hecken, schmale Straßen von Palmen gesäumt. Die Farben der Nachbarschaft fielen mir auf: Orange-bis-Terrakotta-Töne, die ich eher als unterschwellig unangenehm empfand.
Ich fuhr mit einem Mann im Cabrio durch die Gegend, er war Makler, ich wollte umziehen. Das Haus, für das ich mich letztlich entschied, und in das ich definitiv einziehen musste (zumindest fühlte ich mich sehr dahingedrängt, auch wenn ich das okay fand), war groß, unmöbliert und in den Fenstern war kein Glas. Es war also fertig, aber nicht so richtig.

Szenenwechsel: Das Nächste, woran ich mich erinnere: Ich saß auf einem der Villen, auf dem Dach, und beobachtete zwei junge Frauen, die etwas unterhalb auf einer hohen Säule saßen. Über die beiden wusste ich nur wenig: Sie hatten irgendwas miteinander, aber ich glaube, es war eine eher wacklige Liebesbeziehung.
Frau 1: Sehr verschwommen. Eher etwas dunkel; Eigenschaften solche, wie ich sie mir früher selber aufs Etikett geschrieben hätte.
Frau 2: rosa Kleid, blondes Haar, hatte zwanzig Katzen, war psychotisch oder sonstwie verrückt; definitiv erwachsen, aber von sehr mädchenhaftem, kindlichem Verhalten. Eine Kreuzung aus dem Klischee einer irren alten Frau, die nur noch mit Katzen Kontakt hat, und dem absoluten Klischee eines übertriebenen Mädchens.
Aus irgendeinem Grund sah Frau 1 es als sinnvoll an, dass die beiden von der Säule springen und dadurch sterben sollten. Frau 2 hielt dagegen, mit fast heulend verzerrtem Gesicht, wörtlich: "Nein! Ich hab Katzen(=Verantwortung)!"
Frau 1 war enttäuscht - und sprang.

So, und jetzt wird's echt widerlich. Die Perspektive zoomte ran, sodass ich ihr Gesicht sehen konnte, als sie Frau 2 direkt in die Augen blickte, leicht vorwurfsvoll und sehr gequält. Sie landete auf den Oberschenkeln und fing an, zu erbrechen; einem unnatürlichen "Schwall" folgte ihr Magen, landete auf dem Pflaster, dann blutige Gewebefetzen; ich empfinde es so, dass sie unheimlich intensiv starb, denn ab dem Moment war klar, dass das ihr Tod war, und der war so greifbar, grausam und unmenschlich, wie ich meinem Gehirn nie zugetraut hätte, zu erträumen.


Jetzt hab ich ein schlechtes Gewissen, das zu erzählen; selbst mein Psychotherapeut (Behandlung wg. früherer Depressionen und Transsexualität) war ein bisschen "entsetzt".


Eigene Deutung:
Das Haus, in das ich einziehen muss, das noch nicht mal fertig ist - klar, meine derzeitige Situation, dass ich mir Druck mache, eine Rolle anzunehmen, für die ich noch nicht bereit bin und die nicht unbedingt in allem zu mir passt.

Was ich vor allem nicht verstehe, ist Frau 2. Sie verkörpert das Mädchenhafte, das ich echt sehr ablehne, aber ich werde aus ihrer Rolle hier nicht schlau.



Okay, damit kann man wohl sehr wenig anfangen, aber vielleicht fällt jemandem ganz spontan irgendwas ein? Oder jemand kennt Methoden der Fremdtraumdeutung, die mir unbekannt sind. Ich wäre jedenfalls sehr dankbar.
Grüße
Fulgur
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Es ist schwierig, sich selbst in eine Schublade zu stecken. Man klemmt sich dabei leicht den Arm ein. (rainking.de)
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Jane in the Green
Spiegelmagier
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BeitragVerfasst am: 20.06.2010, 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Fulgur,

dann versuch ich mich mal Sehr glücklich

Da Du der einzige bist, der Deine Träume deuten kann, stell ich einfach nur ein paar Fragen - such in Deinem Geist nach Antworten *grins*.

Frau 1 springt von der Säule und begeht Selbstmord. In welchem Bereich Deines Lebens begehst Du Selbstmord?

Während sie stirbt, erbricht sie. Was möchtest Du nicht bei Dir behalten?

Die Frau 2 verkörpert das Mädchenhafte, warum willst Du das nicht annehmen - schließlich wählt sie nicht den Freitod, sondern trägt Verantwortung (=Katzen).

Mit herzlichem Gruß Jane in the Green

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*wer's nicht kennt, jedes Element - ist kein Meister über die Geister*
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Fulgur
Kristallkugelputzer
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BeitragVerfasst am: 20.06.2010, 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

Männliche Anredeweise ist die richtige Winken

Oooh, sehr gut, ich liebe Außenperspektiven. Danke für Deine Antwort, ich versuch mich mal an den Fragen, ich muss nur etwas weiter ausholen.

Jane in the Green hat Folgendes geschrieben:
In welchem Bereich Deines Lebens begehst Du Selbstmord?


Ich hab erwähnt, dass ich transsexuell bin - ich befinde mich gerade in einer Art "Zwischenphase", wenn man es so ausdrücken kann. Das heißt, ich lebe schon weitestgehend mit männlichem Namen, sehe aber noch weiblich aus. Aktuell würde ich sagen, ich versuch grad, alles Weibliche von mir zu stoßen, ich lehne gerade sogar meine Vergangenheit eher ab, sogar Erinnerungen, die mir eigentlich lieb und teuer sind, da ich das gerade alles nicht auf mich beziehen kann.

Jane in the Green hat Folgendes geschrieben:
Was möchtest Du nicht bei Dir behalten?


Die Erinnerungen, meine Vergangenheit, jeden einzelnen weiblichen Wesenszug. (Dass das in der Realität absoluter Quatsch ist, ist mir klar!)

Jane in the Green hat Folgendes geschrieben:
das Mädchenhafte, warum willst Du das nicht annehmen - schließlich wählt sie nicht den Freitod, sondern trägt Verantwortung


Das Weibliche nicht annehmen - siehe oben; mich hat's schon in frühester Kindheit geradezu tödlich beleidigt, wenn ich irgendwie als typisches Mädchen bezeichnet oder wahrgenommen wurde. Ich spür da manchmal richtig Widerwillen, wenn ich bloß an die Farbe Rosa denke.
Das mit der Verantwortung finde ich nicht so leicht zu verstehen. Vielleicht stopfe ich Verantwortungsgefühl für Mitmenschen gerade in die gleiche Schublade, "zu weiblich - will ich nicht", wie so viel anderes auch. Ich mach mir grade enorm viel Druck, jene Eigenschaften haben zu müssen und diese nicht haben zu dürfen. Mein Verstand weiß das besser, aber ich will nicht so recht glauben, dass ich einfach ich sein kann.


Danke nochmal, ist schon etwas klarer.
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Jane in the Green
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BeitragVerfasst am: 20.06.2010, 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Fulgur,

jeder Mensch hat beidgeschlechtliche Seiten. Frauen haben oft mehr Kampfgeist als Männer und Männer sind oft empfindsamer als Frauen. Alles Eigenschaften, die eigentlich dem jeweils anderen Geschlecht zugeordnet werden.

Warum solltest Du Dich dann nur auf ein Geschlecht begrenzen? Wir tragen von Natur aus auch immer die andere Seite in uns. Halte Ausschau nach der anderen Seite und Du bist frei.

Nur so als Idee.

Mit herzlichem Gruß Jane in the Green

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2Wölfe
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BeitragVerfasst am: 21.06.2010, 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

Fulgur hat Folgendes geschrieben:

mich hat's schon in frühester Kindheit geradezu tödlich beleidigt, wenn ich irgendwie als typisches Mädchen bezeichnet oder wahrgenommen wurde. Ich spür da manchmal richtig Widerwillen, wenn ich bloß an die Farbe Rosa denke.


So geht es aber vielen Frauen. Mädchenhaft ist nicht gleich weiblich (!), das zu unterscheiden finde ich sehr wichtig. Mich graust es auch vor Rosa und vor typischen klischeehaften Zuordnungen; aber ich bin immer gerne Frau gewesen und habe dennoch nie mit Puppen gespielt.
Ich finde es faszinierend, daß diese Frau, die so mädchenhaft daherkommt und leicht irre wirkt, ausgerechnet diejenige ist, die sich gegen die scheinbar stärkere Persönlichkeit der anderen Frau durchsetzt und aus Verantwortungsbewußtsein eben nicht springt. Ich würde ja spontan sagen, laß die mädchenhafte in Dir mal ab und an zu Wort kommen, die scheint irgendwas richtig zu machen.
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Wolfgang Borchert
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Syrinx
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BeitragVerfasst am: 21.06.2010, 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

Was mich da interessiert, warum hatte die Frau 20 Katzen, bist du mit der Zahl sicher oder war das eher "die Frau hatte eine Menge Katzen".
Katzen ist ja eh das Symbol für Weiblichkeit.

Wie sehen es eigentlich deine Eltern oder dein Umfeld. Bist du ihnen "schuldig weiblich zusein"? Das würde evtl. auch die 2te Person erklären, die eine Verantwortung für Eltern/Umfeld trägt und eben nicht springen will (springen in den neuen Lebensabschnitt).

Vllt ist auch das Übergeben, dass dir eine Last wegfällt was schon immer tief in dir war. Wurde im Traum eklig dargestellt weil es dich halt belastet hat die ganzen Jahre eine Frau zu sein.
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Fulgur
Kristallkugelputzer
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BeitragVerfasst am: 21.06.2010, 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für Eure Antworten. Mittlerweile ist mir der Traum schon viel klarer.

Jane in the Green hat Folgendes geschrieben:
jeder Mensch hat beidgeschlechtliche Seiten. [...]
Warum solltest Du Dich dann nur auf ein Geschlecht begrenzen? Wir tragen von Natur aus auch immer die andere Seite in uns. Halte Ausschau nach der anderen Seite und Du bist frei.


Natürlich hast Du damit Recht, und wie gesagt, ist mir das eigentlich bewusst. Die Umstände (d.h., meine Situation) sind zwar kompliziert, aber daran wird gearbeitet. Winken

2Wölfe hat Folgendes geschrieben:
So geht es aber vielen Frauen.


Oh, das wollte ich nie bestreiten - und auch nicht zum Thema machen. "Die mädchenhafte" in mir? Nein, dafür ist gerade nicht der Zeitpunkt (obwohl ich's dann eher so formulieren würde, weibliche Seiten auszuleben), dennoch danke für Deinen Rat!
Ich fand Eure Bemerkungen, sie sei ja die Verantwortungsvolle hier, wichtig, auf die Idee war ich nicht gekommen.

Syrinx hat Folgendes geschrieben:
warum hatte die Frau 20 Katzen, bist du mit der Zahl sicher oder war das eher "die Frau hatte eine Menge Katzen". [...] Wie sehen es eigentlich deine Eltern oder dein Umfeld. Bist du ihnen "schuldig weiblich zusein"?


Im Traum war die Formulierung in meinem Kopf, sie habe zwanzig Katzen; gut möglich, dass das eine ungefähre Angabe war, aber definitv die Zahl 20.

Ich mag Deine Interpretation ihrer Verantwortung, das passt gut zu dem Gefühl, das ich mit ihr (Frau 2) verbinde.
Mein Umfeld ist großartig, ich würde nur gerne als Mann gesehen werden und werde immer wieder (teils nur eingebildet) als Frau "gespiegelt", wenn Du verstehst. Ich setz mich also selber unter Druck; meine Mutter ist der Meinung, das sei Einbildung. Der meiste Druck kommt allerdings von mir.

Dankeschön nochmals.[/quote]
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Syrinx
Edelsteinpolierer
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BeitragVerfasst am: 22.06.2010, 00:32    Titel: Antworten mit Zitat

Zur Zahl 20 will ich dann passenderweise hierhin weisen Smilie
http://www.traumdeutung-traumsymbole.de/Traumsymbole/verzeichnis/z/Zwei.html
Die Zahl 2 steht für den Weiblichenaspekt
Zitat von http://www.traumdeutung-traumsymbole.de/Traumsymbole/verzeichnis/z/Zwei.html : " 20/ 200
Die Nullen hinter der Zahl betonen den Aspekt. In diesem Fall die Erhöhung der 2 - lebe deine Weiblichkeit."
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