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Gestaltwandler in der germanisch-nordischen Mythologie

 
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Einarr
Gast





BeitragVerfasst am: 05.11.2008, 02:34    Titel: Gestaltwandler in der germanisch-nordischen Mythologie Antworten mit Zitat

Hier mein Artikel. Ich hab ihn so kurz gehalten, wies ging. Am liebsten hätte ich ne ganze Doktorarbeit darüber geschrieben. Trotzdem kann ich natürlich keine 100%ige Garantie auf die einzig wahre Wahrheit geben. Dazu fehlen Quellen und Belege. Ich wünsch euch viel Spaß beim Durchkämpfen! Sehr glücklich

Zitat:
Gestaltwandler in der nordisch-germanischen Mythologie

Wenn man von Gestaltwandlern in der nordisch-germanischen Mythologie erzählen will, muss man zuallererst mit den Göttern anfangen:
Odin, der oberste Gott, wird als gestaltmächtig beschrieben. Er verwandelt sich in einen Adler und eine Schlange, um an den Skaldenmet zu kommen, der von einer Riesin bewacht wird. Er streift gern verkleidet durch die Welt und hat über 150 heiti – das sind Beinamen, die allein schon für seine Wandlungsfähigkeit sprechen. Namen wie „Svipall“- der Veränderliche oder „Grimnir“ – der Maskierte, Behelmte, sprechen Bände.

Sein Blutsbruder Loki ist ähnlich gestaltmächtig. Er verwandelte sich in eine Stute, um den Bau von Asgard zu verzögern. Er verführte den Hengst des Bauherrn Svadilfari, der daraufhin die Frist nicht einhalten konnte und von Thor erschlagen wurde. Aber damit nicht genug, er wurde als Stute trächtig und gebar Sleipnir, Odins berühmtes achtbeiniges Pferd. Auch hat sich Loki in einen Lachs verwandelt, um den wütenden Asen zu entfliehen, ebenso in eine Fliege, einen Adler oder eine alte Frau.

Die Göttin Freya hat ein Falkengewand, mit dem sie fliegen oder sich auch in einen solchen verwandeln kann.

Der Gedanke von Menschen, die sich in Tiere verwandeln ist uralt. In Ägypten wurden die Götter oft mit Tierköpfen dargestellt und verwandelten sich auch in solche. In der griechischen Mythologie wurde König Lykaon (von: ho lykos – der Wolf) von Zeus in einen Wolf verwandelt, weil er ihm Menschenfleisch vorsetzte. Sein Name lebt bis heute im Begriff „Lykanthropie“ (von lykos – Wolf und athropos – Mensch) fort. Im Außereuropäischen Bereich gibt es beispielsweise auch Werlöwen oder –leoparden. Man nimmt an, dass gewisse Tierkulte von den Skythen in unseren Kulturkreis kamen. Der Geschichtsschreiber Hesiod sagt: „… die Skythen und die im Skythenland wohnenden Hellenen behaupten, jährlich einmal verwandle sich jeder der Neuren für wenige Tage in einen Wolf und trete dann wieder in den menschlichen Zustand zurück.“
Der Tierkult wurde aufgegriffen und weiterentwickelt. Constantin der VII., der König von Byzanz hatte beispielsweise die sogenannte „Warägergarde“, die rituelle Tänze in Wolfsverkleidungen vollführte.

Das Wort „Werwolf“ ist germanisch und leitet sich von „wer“- Mann und „Wolf“- Wolf ab. Indem man sich ein Tierfell überwarf und es nachahmte, wurde man eins mit dem Tier – verwandelte sich in eins. Ebenso gab es Erzählungen, dass wenn man sich das Blut oder gewisse andere Körperteile (wie das Herz z. B.) eines Tieres einverleibte, sich seine Kraft zu Eigen machte.

Wölfe haben in der germanischen Mythologie eine große Bedeutung. Zwei Wölfe, Geri und Freki, begleiten Odin auf Schritt und Tritt. Ebenso sind es zwei Wölfe, die Sonne und Mond über den Himmel jagen. Der Fenriswolf wird von den Göttern gefesselt und wartet auf Ragnarök um den Göttervater zu fressen. Wie man sieht, hat der Wolf nicht unbedingt ein positives Bild. Er ist eng mit dem Tod assoziiert, da er nach Schlachten über die Schlachtfelder streift, um die Toten zu fressen. Ebenso ist Odin auch als Totengott bekannt. Ein „vargr“, Wolf, war auch ein Gesetzloser, Vogelfreier, der heimatlos umherstreifte und überall getötet werden durfte.

Auch der Bär hat eine große Bedeutung. Er war das größte Landraubtier im mittel- und nordeuropäischen Raum und galt als der König der Tiere, bevor ihm der Löwe den Rang abtrat. In vielen Kulturen, galt die direkte Benennung des Bären als Tabu und man erfand Alternativbegriffe. Man nimmt an, dass das Wort Bär sich auf das Wort brun – braun bezieht, welches einen dieser Alternativbegriffe darstellt („der Braune). In fast allen anderen Sprachen stammt der Name aus dem Griechischen – arctos. Er wird oft mit dem Menschen in Verbindung gebracht, weil er viele augenscheinlich Menschliche Verhaltensweisen hat. Er ist Allesfresser und kann sich auf die Hinterbeine stellen. Weibliche Bären sind sehr um ihre Jungen besorgt, die selbst wiederum verspielt und neugierig sind. Durch ihre Winterruhe haben auch Bären durchaus gewisse Todesnähe, aber durchaus gekoppelt mit Wiedergeburt. In der Winterruhe bringen die Bärinnen ihre Jungen zur Welt, und wenn sie die Höhle verlassen, sind sie schon relativ groß und mobil. Dies muss auf die damaligen Menschen beeindruckend gewirkt haben.

In der damaligen Zeit war der Glaube an Gestaltwandel weit verbreitet, was die vielen Namen bezeugen, die Tierelemente in sich tragen („Bär“: Bruno, Björn-, Bjarn- „Wolf“: Ulf-, Wolf- , ect.). Ebenso reich sind die Begriffe, die es dafür gab: der Begriff „hamhleypa“ bezeichnet meist eine gestaltmächtige Hexe. „hamrammr“ bezeichnet eher Männer. Auch das Wort „hamask“ bezieht sich darauf. Alle diese Begriffe beziehen sich auf das Wort „hamr“ – „Hülle“ oder auch „Haut“. Das Wort „hamask“ möchte ich hier besonders betonen. „hamask at“ heißt nicht allein die Gestalt wandeln, sondern auch eine Art Bessenheit, Wüten. „hamrammr“ und „hamask“ ist meistens Kriegern vorbehalten, die sich in Tierfelle kleiden um sich in solche zu verwandeln: Berserkir und Ulfhednar. Die sprichwörtliche Berserkerwut, hat sich bis heute in unserem Wortschatz gehalten (ebenso im englischen „go berserk“ und skandinavischen Sprachen „go berserksgang“). Die Berserker und Ulfhednar werden ausdrücklich als „Odins Männer“ bezeichnet, was auch zur Eigenschaft Odins als Gott des Krieges, der Wut und der Ekstase passt. Sein südgermanischer Name „Wodan“ bedeutet „der Wütende“. Adam von Bremen drückt es so aus: „Wodan id est furor“ – Wodan ist Wut. Fundstücke aus verschieden Zeiten und Orten zeigen Krieger mit Waffen und Tiermasken, die entweder mit einer Figur tanzen, die möglicherweise Odin darstellt) oder laufen.

Zur Etymologie der Wörter:
Berserker (Plural: Berserkir): das Wort stammt aus dem Nordischen und ist von umstrittener Bedeutung. Man nimmt an, dass es entweder von „ber“ – Bär oder „berr“ – bloß, nackt stammt. „Serk“ bedeutet Hemd oder auch Rüstung. Darauf lässt sich schließen, dass diese Männer entweder ohne Rüstung kämpften, oder in Tierverkleidungen.

Ulfhedin (Plural: Ulfhednar): dieses Wort stammt auch aus dem Nordischen und stammt von „Ulf“ – Wolf und „hedin“ ist ein Mantel (meist mit Kapuze). Man könnte es also als „Wolfsmantel“ übersetzen. Man geht davon aus, dass sie eine ähnliche Funktion wie die Berserker hatten, mit dem Unterschied in der Kleidung und dem Verhalten.
Die Sagas drücken diesen Verhaltensunterschied wie folgt aus:
„grenjuðu berserkir, guðr vas á sinnum, emjuðu Ulfheðnar ok ísörn dúðu.“
„Es brüllten die Berserker, der Kampf kam in Gang, es heulten die Wolfspelze und schüttelten die Eisen.“[4]
Mal abgesehen von dieser Beschreibung gilt in dem nachfolgenden Text alles genauso für die Ulfhednar, auch wenn nur von Berserkern die Rede ist. Beide werden in den Sagas sehr oft erwähnt, wenn es um Schlachten ging. Sie standen meist in der vordersten Reihe, da sie auch wegen ihres psychologischen Effekts auf die Gegner äußerst beliebte Kampfeinheiten waren. Ihnen wurden diverse magische Eigenschaften nachgesagt:
„Aber seine [Odins] eigenen Mannen gingen ohne Brünnen, und sie waren wild wie Hunde oder Wölfe. Sie bissen in ihre Schilde und waren stark wie Bären oder Stiere. Sie erschlugen das Menschenvolk, und weder Feuer noch Stahl konnte ihnen etwas anhaben. Man nannte dies ‚Berserkergang‘.“
Auch hieß es, dass sie mit ihrem Blick Klingen stumpf machen könnten. Sie kämpften oft noch mit Verletzungen weiter, die für andere tödlich gewesen wären.
Über den Berserkergang selbst heißt es, dass er mit Unruhe, Zittern, veränderter Gesichtsfarbe anfing, später dann in Brüllen und Beißen in den eigenen Schild überging. Das Schildbeißen muss wohl sehr charakteristisch gewesen sein, da sogar Schachfiguren gefunden wurden, die das Motiv eines schildbeißenden Kriegers zeigten. Dann fielen die Männer in ein rauschhaftes Verhalten, dass aber ihre (kämpferischen) Fähigkeiten nicht etwa verminderte, sondern im Gegenteil – stärker werden ließ.
In der Egils Saga heißt es: "What people say about shape-changers or those who go into berserk fits is this: that as long as they're in the frenzy they're so strong that nothing is too much for them, but as soon as they're out of it they become much weaker than normal."
“Was die Leute über Gestaltwandler, und diese Leute, die Berserkeranfälle haben sagen, ist dies: So lange sie in Wut sind, sind sie so stark, dass ihnen nichts zu viel ist, doch sobald sie draußen sind, werden sie viel schwächer als normal.“
Nach dem Anfall folgte tatsächlich eine Phase der Schwäche und des Schlafes. Viele Sagahelden nutzen diese Phase, um dem Berserker den Garaus zu machen.
Diese Anfälle konnten entweder willentlich herbeigeführt werden oder kamen zu unerwarteten Zeiten, meist während harter körperlicher Arbeit.
Es heißt: “This fury, which was called berserkergang, occurred not only in the heat of battle, but also during laborious work.” (Fabing)
Hrolfs Saga beschreibt es so: “On these giants fell sometimes such a fury that they could not control themselves, but killed men or cattle, whatever came in their way and did not take care of itself. (Ibid.)“
Über diese Riesen kam manchmal eine solche Wut, dass sie sich nicht kontrollieren konnten, sondern Mensch und Vieh töteten, was auch immer ihren Weg kreuzte und nahmen auf sich selbst keine Rücksicht.
Allgemein scheint es in aufregenden Situationen passiert zu sein. In der Egils Saga wird erzählt, wie Egil mit seinem Vater Skalla-Grim und einem Freund ein Ballspiel spielte und am Verlieren war, weshalb er in Rage geriet und den Spielgefährten seines Sohnes hochnahm und ihn zu Boden schmiss, wo er tot liegen blieb. Danach ging er auf seinen eigenen Sohn los und hätte auch ihn umgebracht, wenn nicht eine mutige Magd dazwischen gegangen wäre, die im Anschluss übrigens im hohen Bogen über die Klippe flog.
Wahrscheinlich werden sich die meisten jetzt fragen: Aber WO bitte bleibt jetzt die VERWANDLUNG?
Nun, die meisten Sagas kennen verschiedene Arten der Verwandlung. Von der körperlichen, bis hin zur geistigen oder astralen Verwandlung ist alles möglich. Wenn man die Verkleidung und die körperlichen Symptome zusammennimmt, kann es den damaligen Menschen auch gut wie eine „richtige“ Verwandlung vorgekommen sein.
Interessant ist die Geschichte von Bödvar Bjarki (Bjarki = Bär), dessen menschliche Hülle bei einer wichtigen Schlacht wie schlafend im Zelt liegt, während er auf dem Schlachtfeld als gewaltiger Bär erscheint. Als man Bödvar weckt und bei seinem Namen ruft, verschwindet der Bär und Bödvar eilt aufs Schlachtfeld, wo er mit seinem König untergeht.
Eine weitere wichtige Frage ist wohl, wie diese Besessenheit zustande kam. Viele werden die wahnwitzigsten Theorien von Erbkrankheit über Drogen wie Pilze, Alkohol oder ähnliche Geschichten kennen.
Um es kurz zu halten: Man weiß es nicht. Für die Fliegenpilztheorie, die ich selbst für äußerst unwahrscheinlich halte, spricht lediglich, dass der Fliegenpilz auf Island bis heute Berserkssveppur heißt.
Ansonsten ist in den Breitengraden, in denen dieses Phänomen auftauchte, der Fliegenpilz nicht heimisch und auch seine Anwendung birgt so seine Tücken. So kann man seine Wirkung nie genau abschätzen. Und niemand braucht Krieger, die in der Schlacht anfangen, rumzukotzen oder Panikattacken bekommen. Versuche haben gezeigt, dass sowohl Alkohol als auch der Fliegenpilz den kämpferischen Fähigkeiten eher ab- als zuträglich sind. Auch ist nirgendwo in den Sagas die Rede von Drogen“genuss“. Auch die Berichte über das mehr oder weniger „zufällige“ Auftreten des Berserkerganges sprechen dagegen.
Meine Persönliche Theorie dafür ist, dass es eine vererbliche Bereitschaft dazu gab und es außerdem erlernt werden konnte. Es ist eine Art Trance IMO. Im Prinzip kann das jeder erlernen und mancher wird es aus Bedrohungssituationen her kennen, wenn man beispielsweise in der Schule verprügelt wird und sich in der höchsten Anspannung plötzlich vom Gejagten zum Jäger verwandelt. Es hat viel mit Adrenalin zu tun und ist eigentlich ein natürlicher Vorgang. Auch diverse Krankheitsbilder schließen sich nicht aus.
Für die Vererbungstheorie spricht, dass das Berserker-Phänomen meist in mehreren Fällen in der Familie auftrat, wie zum Beispiel in der Egil Saga. Schon über Egils Großvater Kveldulf (Abendwolf) hieß es: "Aber jeden Tag, wenn es Abend wurde, wurde er so unwirsch, dass niemand mehr mit ihm sprechen konnte. Das war nicht lang, bevor er zu Bett ging. Es hieß, er sei ein Gestaltwandler und die Leute nannten ihn kveldulf". Bei Skalla-Grim, Egils Vater, spricht die oben genannte Geschichte mit dem Ballspiel Bände. Auch Egil steht beiden in nichts nach. Er wird als „so hässlich und schwarzhaarig wie sein Vater beschrieben“ und erschlägt schon als Kind einen seiner Spielkameraden. Als er auf Vikingfahrt fährt, besteht er viele Abenteuer wie durch ein Wunder nahezu unverletzt. In der Edda-Geschichte „Der Kampf auf Samsey“ muss sich der Held mit gleich 12 Berserkerbrüdern herumschlagen. Überhaupt treten Berserker gern zu12t auf. Oft waren sie auch magisch oder kreativ begabt, was auch als Geschenk Odins angesehen wurde.
Für meine Krankheitstheorie sprechen diverse Hinweise auf das Paget-Syndrom in Egils Geschichte. Das Paget-Syndrom hemmt den Knochenabbau, sodass die Knochen – vor Allem der Schädel – dick und wellig werden, was Schmerzen und auch Schäden am Gehirn verursachen kann. Dies kann unter anderem auch besagte Anfälle verursachen. In der Egils Saga heißt es, dass man Jahrhunderte später seinen Schädel gefunden habe und versucht hätte, ihn mit der Axt zu spalten, was aufgrund der Knochenbeschaffenheit aber nicht möglich gewesen wäre.
Aber auch psychische Störungen halte ich für durchaus möglich. Zum Beispiel die Intermittant Explosive Disorder, die zerstörerische Wutanfälle zur Folge hat. Oder diverse andere Störungen der Impulskontrolle.
Auch ihre gesellschaftliche Stellung ist sehr umstritten. Viele Könige umgaben sich mit diesen – doch manchmal sehr schwierigen – Zeitgenossen, und oft gehörten sie sogar zu seiner persönlichen Leibgarde. Andere wiederum waren von der Gesellschaft ausgeschlossen und verdienten sich ihren Unterhalt mit Überfällen oder Holmgängen (Duellen), wobei sie den Besitz des Verlierers einkassierten. Allgemein wurden Berserker von ihrer Gesellschaft wegen ihrer Unkontrollierbarkeit oft eher argwöhnisch beäugt.
Mit der Christianisierung gerieten sie noch mehr in Verruf. Es entstanden Legenden, in denen sie die Gegenspieler von Heiligen oder Bischöfen wurden und durch ein „Wunder“ von diesen vernichtet. Nach und nach wurden diese Brauchtümer verboten und auf Island 1123 sogar folgendes Gesetz erlassen: " Wer sich in Berserkerwut versetzt, wird mit drei Jahren Verbannung bestraft". Von da an waren diese Männer wie ausgestorben. Aber nicht die Grundidee des Gestaltwandels.
Aus den Wolfsfellen der Ulfhednar wurde der magische Gürtel, mit denen die Werwölfe des Mittelalters sich angeblich verwandeln konnten. Aus Odin, dem wütenden, aufhetzenden Sturm- und Kriegsgott, wurde der listige Satan, der immer auf der Suche nach neuen, schwachen Seelen ist um sie für seine Dienste einzuspannen. Auch die Geschichte des „Bärenhäuters“, der vom Teufel gezwungen wird, 7 Jahre ungepflegt außerhalb der Gesellschaft zu leben, mag vielleicht auf die Initiationsriten alter Kriegerbünde zurückführen. Es gab überhaupt einen sehr umfangreichen Fundus an Werwolfgeschichten und –mythen. Im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit gab es regelrechte Werwolfprozesse, die aber mehr als umstritten sind. Mit Beginn der ersten Forschungen in der Psychologie wurde aus der „lykantropie“ schnell ein Krankheitsbild gemacht. Heutzutage ist man mit solchen Diagnosen nicht so schnell bei der Hand, sondern lässt Menschen, die sich als solche sehen meistens in Ruhe, solange sie sich oder anderen nicht schaden. Dass das Thema bis heute die meisten Menschen sehr beschäftigt, sieht man allein schon an all den Filmen und Büchern, die es zu dem Thema gibt.
Wenn man mich abschließend fragen würde, ob es sie gibt? Ja, es gibt sie meiner Meinung und vor Allem meiner Erfahrung nach. Menschen, die Tiere in sich tragen und sich auch in sie verwandeln können. Eng damit verwoben ist das Phänomen der Otherkin und der verschiedenen Spielarten dessen. Es gibt sogar vereinzelt Communities, in denen noch Berserker und Ulfhednar vertreten sind und sich austauschen (wobei meiner Meinung nach auch oft Kritik hinsichtlich Motivation und „Authenzität“ geboten ist). Unterschied zwischen Shapeshiftern und Otherkins wird übrigens überall anders beschrieben. Bis jetzt bin ich noch nicht richtig auf eine Erklärung gestoßen, die mir zusagt. Bin für jeden Input dankbar.
(c) by Ursus_Arctos. Verbreitung und Verwendung auch auszugsweise bitte nur mit meiner Erlaubnis. Danke 
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Quercus
Gast





BeitragVerfasst am: 05.11.2008, 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

cool!
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Ashmodai
Gast





BeitragVerfasst am: 05.11.2008, 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

Wow!
DANKE!
Das ist super - ich könnte noch ewig weiterlesen.
Wenn schon keine Doktorarbeit - dann wäre doch ein Buch was, oder? Winken
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Silas
Gast





BeitragVerfasst am: 05.11.2008, 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

Wow,das ist wirklich toll geschrieben,Bärschen *ganz begeistert ist* Sehr glücklich

“Was die Leute über Gestaltwandler, und diese Leute, die Berserkeranfälle haben sagen, ist dies: So lange sie in Wut sind, sind sie so stark, dass ihnen nichts zu viel ist, doch sobald sie draußen sind, werden sie viel schwächer als normal.“

*nick*das kenn ich von mir selber
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Einarr
Gast





BeitragVerfasst am: 05.11.2008, 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Danke euch *freufreu*. Schön, wenns gefällt Smilie

Ja, n Buch wär mal ne Idee, wobei ich sagen muss, dass es wohl schon welche gibt. Lust hätte ich allerdings schon *zugeb*, es ist wohl nur die Geduld, an ders hapert. Aber mal gucken, kommt Zeit kommt Rat.

@Valas: ja, wer kennts nicht Winken. Ich hab mal ne Tür (so ne dicke aus Echtholz) aus den Angeln gehoben und konnte sie hinterher dummerweise nicht mehr zurückheben, weil ich zu müde war - und ich musste den Mann meiner Mutter um Hilfe bitten (ich glaub, das war das Schlimmste Lachen) Verlegen
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Silas
Gast





BeitragVerfasst am: 05.11.2008, 20:57    Titel: Antworten mit Zitat

*lol*sowas ist mir zum Glück nie passiert Winken Aber Leute zu verprügeln und sich nachher schämen ist auch nicht schlecht Neutral

Außerdem hab ich nach solchen Anfällen immer mächtig Schädelbrummen....
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Einarr
Gast





BeitragVerfasst am: 05.11.2008, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ja.. ich weiß... das mit dem Verprügeln ist bei mir aber teilweise ein herzlich besch... Abschnitt in meinem Leben, eieieiei....

Ich hab die Kopfschmerzen übrigens davor Verrückt

Aber komm, wir machen nen extra-Thread auf, das würde zu weit führen Winken
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Silas
Gast





BeitragVerfasst am: 05.11.2008, 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

Stimmt Sehr glücklich
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Einarr
Gast





BeitragVerfasst am: 05.11.2008, 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

Machst du das? *liebmieb guck*
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Victoria
Gast





BeitragVerfasst am: 06.11.2008, 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Danke! Sehr interessant, das Ganze.

Mich würde interessieren, wie man sowas willentlich hervorrufen kann? Cool
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Einarr
Gast





BeitragVerfasst am: 06.11.2008, 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

Klar, ich hoffe, ich kann das erklären.

Theoretisch ist es sehr einfach. Mann muss nur genug Energie=Adrenalin aufbauen und auf einmal entladen.
Das geht beim Sport, wenn man streitet, beim Sex, bei eigentlich allem möglichen.

Praktisch isses relativ schwierig. Auf Kommando gehts kaum, es muss schon ein Trigger da sein. Gegeben, der Trigger ist da, ist es für mich sehr leicht, mich reinzusteigern. Zur Not hilft etwas leichter Schmerz (da muss man aber aufpassen, weil Schmerz einen in der Anfangsphase auch wieder "zurückholen" kann). Der Rest ist ein Selbstläufer, das kann ich total schlecht erklären. Irgendwann machts *schwupp* und man ist weg und man kommt später wieder zu sich.

Damals wird es wohl relativ easy gewesen sein. Vor einer Schlacht herrscht eh eine gewisse Aufregung. Es geht ja immerhin um Leben und Tod. Wenn man sich dort reinsteigert - bzw. haben sich die Leute damals bestimmt noch gegenseitig hochgepusht, und dann noch solche Dinge wie Schildbeißen oder ähnliche schmerzhafte Aktivitäten vollführt, ist es sicher nicht allzu schwer gewesen. Irgendwann wird nur noch das Tier zum Tragen kommen. Also, kann ich mir vorstellen. Aber ich lass mich eh total schnell von Stimmungen anstecken, vllt bin ich da kein Maßstab.

Viele viele Leute, die das probiert haben, ohne es vorher zu können, haben aber immens Probleme damit. Die meisten davon können sich einfach nicht gehen lassen, und andere kommen nicht weiter als bis zu einer gewissen Phase. Weiß auch nicht, woran das liegt unentschieden

Soviel zu meinen wirren Theorien My two cents
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Victoria
Gast





BeitragVerfasst am: 07.11.2008, 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

Interessant, danke für die Erläuterung. Smilie
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Einarr
Gast





BeitragVerfasst am: 07.11.2008, 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Gern doch Smilie
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Wolfshexe
Gast





BeitragVerfasst am: 10.05.2009, 15:54    Titel: wow Antworten mit Zitat

ich bin begeistert ich dachte schon nur ich weiß sowas^^
du machst mir da richtig konkurenz aba naja ich kann noch einiges lernen
aba nach dem ich das alles gelesen habe muss
ich mich doch ernsthaft fragen ob ich nicht auch ein werwolf bin und es selbst nicht weis.Geschockt
naja ich hoffe du schreibst mehr solcher interessanter sachen
also ich würds imma lesen Smilie

da hab ich aba schon ne frage wie hießen denn die wölfe die sonne und
mond über den himmel gejagt haben??
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Einarr
Gast





BeitragVerfasst am: 10.05.2009, 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

Dankeschön fürs Lob, freut mich doch sehr, dass noch andere sich für sowas interessieren.

Die Wölfe, die Sonne und Mond über den HImmel jagen, heißen Skalli und Hati - wobei Hati (Hass) Mani, den Mond verfolgt und Skalli (Bedeutung unklar) Sol, die Sonne.

Und auch hier nochmal die Bitte, dass du dich um ein gefälligeres Schriftbild bemühst. Danke.
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